„Würdest du für ein Mädchen sterben?“

 

Julia Capulet (Anna Hofmann) liebt den Film „Titanic“ und schwärmt für Jack Dawson, den Helden, der seine große Liebe Rose vor dem Ertrinken rettet, indem er ihr das Brett im Meer überlässt, auf dem sie sich in Sicherheit bringen kann. So jemanden will Julia für sich auch finden.

Wenn sie also Romeo (Moritz Runde) fragt: „Würdest du für ein Mädchen sterben?“ und der antwortet: „Kann ich mir nicht vorstellen“ steht die Beziehung wohl nicht gerade unter einem guten Stern. Und auch Julias Freundin Tybia (Safiye Altuntas) meint: „Ich wette, jeder Kerl in der Situation würde seine Freundin vom Brett schubsen und lieber selber überleben.“

Liebe auf den ersten Blick und Heirat nachdem man sich gerade 10 Stunden kennt? Wohl kaum, meinen die jungen SchauspielerInnen. Aber ansonsten sei das Stück cool: Zickenkrieg unter Freundinnen, eine Hiphop Tanzeinlage auf dem großen Ball der Capulets, grobe Pöbeleien zwischen zwei Mädchengangs, ein bisschen Shakespeare im Original, Zoff mit den Eltern, und eine heftige Kampfszene. „Die macht mir am meisten Spaß“, sagt Liv Book in der Rolle der Mercutia und stirbt dann gekonnt dramatisch.

 

 

Montagues und Capulets: Feinde ...
... oder doch Freunde?

Nach ihrem großartigen Erfolg mit dem Stück „artig!??“ im September letzten Jahres, als sie das erste Mal auf der Bühne standen, wollten die Mitglieder der Theater-AG am Herbartgymnasium sofort weitermachen. Zuviel Spaß hatte das Spielen gemacht. „Aber gleich Romeo & Julia? Eine Tragödie?“ - „Warum nicht?“, meint Gisela Schmidt, ihre Theaterlehrerin. „Ihr seid gut, ihr habt jetzt schon Erfahrung, und außerdem ist Julia nur wenig älter als ihr gewesen, als sie sich in Romeo verliebt hat.“

 

Die gewählte Fassung des Stückes (von Anke Ruge) ist kurz, modern, und dem Alter der jungen SpielerInnen angepasst. So wächst Julia in dieser Interpretation des Stückes als Teil einer reichen Clique sehr behütet auf. Ihre Eltern, die Eheleute Capulet, möchten sie mit dem reichen Paris verheiraten, um dem finanziellen Ruin zu entgehen.

Zu einem Maskenball im Hause Capulet kommt auch der junge Romeo Montague, der dort seinen Schwarm Rosalinde treffen möchte. Diese gibt ihm aber einen Korb. Auf der Feier lernt Romeo dann Julia kennen – und sie verlieben sich. Dumm nur, dass ihre Familien Rivalen sind und sich abgrundtief hassen. Immer schon. Und nicht nur die ältere Generation, sondern auch die Söhne und Töchter und deren Freunde. Der Konflikt eskaliert, Romeo tötet Julias Cousin(e) und wird aus der Stadt verbannt. Verzweifelt versucht das Liebespaar wieder zusammenzukommen, doch das Schicksal scheint es nicht gut mit ihnen zu meinen.

 

Was mich an dem Stück „Romeo und Julia“ immer wieder fasziniert, so Gisela Schmidt, ist seine Aktualität. Neben Aspekten wie Schicksal oder freier Wille und der Generationsproblematik, sind es vor allem die Folgen unerklärlichen Hasses: Zwei Parteien bekriegen sich weil es immer schon so war. Der Ursprung des Konflikts ist längst vergessen, er wird nicht hinterfragt.

 „Soll dieser Streit denn immer so weitergehen?“, fragt sich der junge Prinz am Schluss. „Dies ist die traurigste Geschichte, die ich je erlebt habe. Sie könnte aber überall passieren. Sogar hier in Oldenburg.“

 

 

Premiere ist am Freitag, den 31. März, um 19.00 Uhr in der Aula des Herbartgymnasiums. Eine weitere Aufführung findet am Sonntag, den 2. April, um 17.00 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Am 4. April gibt es außerdem eine Vormittagsvorstellung für unsere 6. und 7. Klassen. Beginn 9.45 Uhr.

Nächste Termine


12
May
Bigband-Benefizkonzert
19:30 Uhr
Aula des HGO
15
May
Anmeldung für die 5. Klasse (Schuljahr 2017/2018)
08:00-12:00 Uhr
Sekretariat
16
May
Anmeldung für die 5. Klasse (Schuljahr 2017/2018)
08:00-12:00 Uhr
Sekretariat

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