500 Jahre Reformation - Projekttag widmet sich der Zeit um 1517, wirft aber auch einen Blick aufs Hier und Heute

24.10.2017

 

500 Jahre ist es her, dass Martin Luthers 95 Thesen - die er am 31.10.2017 an das Portal der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll - für großen öffentlichen Widerhall sorgten, welcher die Reformation auslöste.

Doch nicht nur Luthers einflussreiche Theologie und Kirchenpolitik, auch seine Sprache in seiner Bibelübersetzung, in Predigten und Liedtexten trugen entscheidend zu den tiefgreifenden Veränderungen der Gesellschaft und Kultur der Frühen Neuzeit bei und sind bis heute spürbar. Nicht zuletzt sind auch die späteren Neuerungen der politischen Ordnung Deutschlands und Europas nicht ohne die Reformation zu erklären. 

Grund genug für die Schülerinnen und Schüler des HGO, den 500-jährigen Jahrestag zum Anlass zu nehmen, sich in thematisch vielfältigen Projekten und auf ganz unterschiedliche Weise mit Luther und der Reformation, aber auch mit ganz anderen Themen der Zeit um 1517 zu beschäftigen.

 

Ergebnisse unterschiedlicher Projekte des heutigen Tages zeigt das Horst-Janssen-Museum Oldenburg in einer Ausstellung vom 1.-15. November unter dem Titel

 

"Luther macht Laune" - Ideen und Werke von Schüler/innen des Herbartgymnasiums zur Reformation"

 

Feierliche Eröffnung ist am 1. November um 19 Uhr. 

 

 

Impressionen vom 24.10.2017

Ihre Recherche zu Erfindern und Entdeckern des 15. und 16. Jahrhunderts ließ Schüler der Klassen 7-9 zu dem Schluss kommen, dass man sogar von einem "Zeitalter der Entdeckungen" sprechen kann. In unterschiedlichen Präsentationen versuchten sie, die Bandbreite darzustellen - so wie dieses Plakat (u.r.) mit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus sowie der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg die zwei ihrer Meinung nach einflussreichsten Veränderungen darstellt. 

Die Klasse 5a probierte Gutenburgs Buchdruck direkt einmal aus. Auch wenn es noch etwas früh ist, stellten sie fest, dass man diese Technik auch ganz gut für Weihnachtskarten nutzen kann ...

 

 

Ähnlich kreativ aber dafür mit noch mehr Handarbeit ging es in der "Mittelalterlichen Schreibstube" der 5c zu: Luthersprüche wurden in aufwändiger Schreibtechnik mit verzierten Initialen auf Pergament verewigt: 

Oberstufenschülerinnen und -schüler setzten sich in ihrem Projekt "Die Renaissance als Beginn der Naturwissenschaften" aus wissenschaftlicher Perspektive mit dem Thema "Entdeckungen" auseinander. Im Zentrum standen dabei die Methoden, mithilfe derer man zu Erkenntnissen zu gelangen hoffte. Am Beispiel "Pest" wurden Erklärungsmuster beleuchtet und hinsichtlich ihres methodischen Vorgehens beurteilt, bevor dann selber versucht wurde, mithilfe einer tatsächlichen Erfindung des späten 16. Jahrhunderts, dem Mikroskop, eigene Erkenntnisse zu gewinnen: Durch genaues Zählen unterschiedlich aussehender Zellen in einer Zwiebelhaut - also einer sehr einfachen Methode - konnten genaue Aussagen über die Phasen der Zellteilung abstrahiert werden. Die Schüler simulierten somit einen Erkenntnisprozess, wie er auch schon um 1600 erfolgte.

"Heilkunde zu Luthers Zeiten" - Schüler recherchieren über erste anatomische Versuche in einer Zeit, in der Sektionen eigentlich noch verboten waren
"Alchemie". Nicht alles ist überholt: Die Prozesse der Destillation haben sich kaum verändert
Versuche mit dem Alltagsgetränk von 1500: Wein - Wasser war meist so verunreinigt, dass man bevorzugt Wein und Bier trank, um gesund zu bleiben ...
Gold herzustellen ist den Alchemisten des Mittelalters schon nicht gelungen und auch unser "Gold" sieht leider nur so aus
Im Angebot: Fenchelsuppe
Kennt man heute noch: "Arme Ritter"

Doch auch kulinarische und kulturelle Gewohnheiten der Menschen zu Luthers Zeiten weckten das Interesse einiger Schüler.

So roch es in den Fluren zeitweise köstlich, da "gekocht wurde wie zu Luthers Zeiten". Bei ihrer Recherche sind die Schülerinnen und Schüler auf einige Gerichte gestoßen, die sie selber nachkochten  - und natürlich auch probierten.

Der Birnenpudding ist übrigens sehr zu empfehlen! (Anm. der Red.)

"Tanzen wie zu Luthers Zeiten" war nur eines der Projekte, welche sich mit kulturellen Gepflogenheiten der Zeit um 1500 auseinandersetzten - natürlich nicht, ohne selber zu entsprechender Musik das Tanzbein zu schwingen. Andere Schüler hatten sich im Vorfeld über "Mittelalterliche Marktfeste" informiert und nutzen den Vormittag, tänzerische, akrobatische oder artistische Choreografien einzuüben, die sie am Ende präsentierten.

Die Gruppe, die sich mit "Luthers Musik" vertraut gemacht - und sie natürlich auch gespielt hat, bereitet sich hier auf einen kleinen Auftritt im Foyer vor. Die Stücke waren scheinbar kein Problem für sie, denn es war ein gelungener Auftritt!

Einen Blick in die Gegenwart und direkte Umgebung warfen mehrere Schülergruppen, die sich mit der "Reformation und Oldenburg" beschäftigten. Während eine Schülergruppe ausgehend von Luther und dem Protestantismus andere Religionen und deren Spuren in Oldenburg in einer Rallye entdeckten, suchte eine andere Gruppe in einer Stadtführung nach "Spuren der Reformation im Stadtbild". Gebäude wie die Lambertikirche standen dabei im Fokus. Die Ergebnisse der Spurensuche werden im Rahmen der Ausstellung im Horst-Janssen-Museum präsentiert. 

Ebenfalls mit dem spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadtbild, allerdings eher aus geographischer Perspektive, setzte sich eine dritte Projektgruppe auseinander, die sich zum Ziel gemacht hatte, heute und damals unmittelbar zu vergleichen.

Den Blick über Oldenburg und Deutschland hinaus lieferten Projektgruppen, die sich mit den Einflüssen der Reformation in Frankreich und England beschäftigen. Während die Gruppe "Reformation in Frankreich" durchaus Parallelen entdeckte und wesentliche Befürworter im Französischen Königshaus ausmachte, stellte sich die Gruppe "Reformation in England" sogar die Frage "Who the hell is Luther?". Dass King Henry VIII. zunächst kein Interesse am Geschehen auf dem Kontinent zeigte und meist aus ganz persönlichem Interesse sein "Fähnchen nach dem Wind richtete" - trotzdem aber diese Zeit Wurzel der anglikanischen Kirche ist - sind nur einige der differenzierten Ergebnisse der Gruppe.

Ebenfalls sehr differenziert arbeitete eine Gruppe von Oberstufenschülern unter dem Motto "Licht und Schatten" in Luthers Lehren. Anhand von Primär- und Sekundärquellen verglichen die Schülerinnen und Schüler Äußerungen Luthers mit dem Ziel, einen vollständigen Überblick über seine Positionen zu brisanten Themen zu bekommen. Sein Frauenbild sowie antisemitische Äußerungen wurden dabei thematisiert, ebenso wie "Folgen" seiner Lehre, die er so nicht "geplant" hatte, wie etwa die Bauernkriege. 

Mit einem ebenfalls brisanten Thema befasste sich auch die 6c: Nachdem sich die Klasse über die Hintergründe der Hexenverfolgung informiert hatte, setzte sie ihre Assoziationen zu dem Thema künstlerisch in Szene und arbeitete an einem gemeinsamen Modell.

Weitere Eindrücke kreativer Auseinandersetzungen mit dem Thema

"Luther als Comic" - gar nicht so einfach
Spielerisch Lernen: 7.-Klässler basteln "Das verrückte Labyrinth" nach - natürlich mit neuem Kontext
"Sagaland" zum Thema Luther und Reformation - ein weiteres tolles Ergebnis der kreativen Projektgruppe
95 Blätter für 95 Thesen - Schülerinnen und Schüler der 5b setzen sich kreativ mit dem Thema auseinander

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