Südafrika-Austausch 2016

Am dritten März machten wir uns, die HGO-Bigband 120 Dezibel, auf den Weg, um unserer Partnerschule in Wartburg, KwaZulu Natal, den lange ersehnten Gegenbesuch abzustatten.

 

Nach einer 24-stündigen Reise von Oldenburg nach Durban empfingen unsere Gastfamilien uns alle mit offenen Armen und die Wiedersehensfreude war riesig.

 

Unser Aufenthalt begann mit einem Sportfest. Sport spielt in den Schulen dort eine große Rolle. Dementsprechend haben die Schüler dort die Möglichkeit Hockey, Rugby, Netball oder Fußball zu spielen. Es finden an jedem Wochenende Turniere statt, bei denen die Schulen gegeneinander antreten. An einem dieser Turniere nahmen wir am zweiten Tag teil.

 

Neben dem Sport spielen Disziplin und Ordnung eine tragende Rolle. So gibt es eine sehr strenge Uniform, die über das Tragen von festgelegter Kleidung hinausgeht. Dementsprechend müssen sich die Mädchen die Haare aus dem Gesicht binden, dürfen sich nicht schminken, keinen Schmuck tragen und keinen langen Fingernägel haben oder diese lackieren. Die Jungen müssen rasiert sein und einen „ordentlichen“ Haarschnitt haben. Wird dagegen verstoßen, müssen die Schüler nachsitzen oder nach Hause fahren und sich den Regeln gemäß neu kleiden. Neben den Lehrern achten auch die Prefects darauf, dass sich alle an die Regeln halten. Prefects sind Schüler der zwölften Klasse, welche von den Schülern gewählt worden sind und von allen mit großem Respekt behandelt werden.

 

An unserem ersten Schultag fiel uns auf, dass Mädchen und Jungen vermehrt voneinander getrennt werden. So sitzen beispielsweise bei den Assemblys, das sind Versammlungen mit allen Schülern, ähnlich unserer Schülervollversammlung, die Mädchen auf der rechten Seite und die Jungen auf der linken. Beim Betreten des Klassenzimmers wird den Mädchen der Vortritt gelassen und es ist Mädchen und Jungen untersagt sich in der Schule zu umarmen oder anderen Körperkontakt zu haben. Wird dagegen verstoßen müssen die Schüler nachsitzen.

 

Was uns ebenfalls beim Schulbesuch auffiel ist, dass der Unterricht sich teilweise sehr von unserem unterscheidet, was sich darin zeigt, dass die Schüler zum Beispiel keine mündlichen Noten bekommen. Außerdem hat jeder Lehrer einen eigenen Raum, die Schüler müssen also wandern. Des weiteren sind Vorschule bis Oberstufe im selben Gebäude untergebracht.

 

Was uns neben den Unterschieden zwischen den deutschen und südafrikanischen Schulen auffiel ist, dass es dort eine sehr große Kluft zwischen arm und reich gibt. Es haben dort 26% der Bevölkerung nicht genug zu essen um satt zu werden und viele müssen in sogenannten Townships leben. Parallel dazu gibt es viele Leute mit riesigem Grundstück, Pools und großen Zäunen, welche diese umranden. Des weiteren leben viele Menschen noch in traditionellen Zulu-Dörfern, in denen es keinen Strom und kein fließendes Wasser gibt. In einem solchen Dorf durften auch wir eine Nacht verbringen. Dies war eine sehr interessante Erfahrung.

 

Des Weiteren fiel uns auf, dass Religion in Südafrika eine wichtige Rolle spielt. Die Menschen gehören dem Christentum an, aber es gibt dort viele, sehr unterschiedliche Ausübungsarten des Glaubens, welcher vom Großteil der Südafrikaner sehr ernst genommen wird. Viele Jugendliche besuchen auch vor der Schule die Kirche, um an einem Religionsunterricht teilzunehmen, welcher unabhängig von der Schule angeboten wird. Bei den Assemblys in der Schule wird immer gebetet und das „Vater Unser“ gesprochen.

 

Unsere persönlichen Highlights bei den Ausflügen waren der Besuch einer Zuckerrohrfarm, bei der wir alle hinten auf einen Pick-Up geklettert sind und vom Farmer durch die Zuckerrohrfelder gefahren wurden, sowie der Strandbesuch in Durban, bei dem wir alle im Indischen Ozean schwimmen durften.

 

Ganz wichtig waren natürlich auch die Auftritte, die wir als Bigband in Schulen absolviert haben. Die Zuhörer waren begeistert, denn sie haben bisher keine Bigband live gehört und zeigten ihre tolle Stimmung durch ausgelassenes Tanzen zu unserer Musik. Bei diesen Auftritten konnten wir auch noch einmal mit dem Chor aus Wartburg die einstudierten Gesangsstücke zu Gehör bringen, die ebenfalls Begeisterung hervorriefen.

 

Generell fanden wir die entspannte, offene und herzliche Atmosphäre, das Wetter (30 Grad und Sonnenschein) und den Kontakt mit den vielen sehr unterschiedlichen, aber stets freundlichen Menschen am besten, von denen wir sehr viel lernen und mitnehmen konnten. Trotz alledem haben wir auch gemerkt, dass wir in Deutschland einige Dinge schätzen können, wie zum Beispiel die Tatsache, dass keine Elektrozäune um unsere Grundstücke nötig sind. Obwohl die Zeit der Apartheid für uns als jetzige Schülergeneration schon lange vorbei scheint, hat die südafrikanische Gesellschaft immer noch in vielen Lebensbereichen mit den Folgen zu kämpfen.

 

Alles in allem können wir sagen, dass dieser Austausch uns sehr bereichert hat. Er hat uns gezeigt, wieviele interessante Sachen und wunderschöne Orte dort draußen in der Welt noch zu lernen und zu sehen sind.


Von Judith Kramer und Kristina Duwe, 10. Jg. 

 

Nächste Termine


31
Mar
Theater "Romeo und Julia"
19:00 Uhr
Aula
02
Apr
Theater "Romeo und Julia"
17:00 Uhr
Aula
10
Apr
Osterferien
bis 22.04.2017

Die vollständige Terminübersicht finden Sie hier.

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