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Bildungspolitische Vorstellungen der Parteien zur Bundestagswahl 2002

 

Schüler des 12er Grundkurses Politik haben sich mit den Bundestags-Wahlprogrammen der z.Z. im Bundestag vertretenen Parteien beschäftigt. Uns interessierte besonders die Haltung der Parteien zu Bildungsfragen, weshalb wir uns auf diesen Aspekt konzentriert haben.

In Arbeitsgruppen wurden zunächst die entsprechenden Programmabschnitte gelesen. Dann verständigten sich die Arbeitsgruppen auf Vergleichsmerkmale, die für einen synoptischen Vergleich sinnvoll sein könnten. Im dritten Arbeitsschritt wurden dann die Programmabschnitte erneut in Hinblick auf die Vergleichsmerkmale durchgearbeitet und dann stichwortartig die Vorstellungen der Parteien zu den einzelnen Vergleichsmerkmalen in die Übersicht eingetragen.

Die so entstandene Synopse gibt die Vorstellungen der Parteien sicherlich nur verkürzt wieder, liefert aber einen brauchbaren Überblick sowie Anhaltpunkte für eine intensivere inhaltliche Beschäftigung.

Quellen:
SPD - http://regierungsprogramm.spd.de/servlet/PB/show/1076396/spd-regierungsprogramm.pdf
CDU - http://www.cdu.de/regierungsprogramm/regierungsprogramm-02-06-b.pdf
Grüne - http://archiv.gruene-partei.de/bdk/wiesbaden2002/beschluss/wp/Wahlprogramm2002.pdf
FDP - http://www.fdp.de/portal/pdf/Buergerprogramm2002i.pdf
PDS - http://www.pds2002.de/positionen/programm/download/wahlprogramm.pdf

Janaszek

 

SPD

CDU

Grüne

FDP

PDS

Geld / Finanzierung

 

Sponsoring und Stiftungen;

Öffentlich-private Initiativen;

Bildungsprogramm von jährlich 1 Mrd. €

Öffentliche Zuschüsse von Leistungsbereitschaft und -fähigkeit abhängig

Mehr Geld für Bildung (keine genaueren Angaben)

Bildungsausgaben erhöhen (keine genaueren Angaben);

Schulsponsoring und Werbung in der Schule

Dtld. soll bzgl. Bildungsausgaben mindest. OECD-Durchschnitts-
niveau erreichen;

Skepsis gegenüber Sponsoring

Ganztags-
schulen

 

Ja, Familienentlastung;

Ziele: besserer Zugang zu den Kindern  durch gezielte Lernbetreuung

Keine Angaben

Keine Angaben

Bedingtes „Ja“

mehr Ganztagsschulen

12-Jahre-Schule

 

Keine Angaben

Verkürzung der Erstausbildungszeiten (auch für Berufsausbildung und BBS)

Keine Angaben

Verkürzung der Schulzeit bis Abi auf 12 Jahre durch Ausweitung des Unterrichts in der Grundschule und in der Mittelstufe

Keine Angaben

Förderstufe

 

Keine Angaben

Keine Angaben

Keine Angaben

Keine Angaben

Keine Angaben

Medieneinbezug

 

Verstärke Einbeziehung neuer Medien (Internet) in allen Schulformen

Umgang mit neuen Medien fördern

Keine Angaben

Neue Medien wichtig;

Auch Finanzmittel für Systembetreuung bereitstellen

Besonders das Internet sollte ungeachtet der  sozialen Gruppierung allen zugängl. sein

Schulische Integration von Ausländern

Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit in der Schule;

Hilfen beim Erlernen der dt. Sprache

Dt. Sprachkenntnisse vor Einschulung erwerben

Interkulturelle Erziehung in Kindergärten und Schulen;

Sprachförderung verstärken

Chancengleichheit im Bildungssystem;

Spezielle Förderung der Deutschkenntnisse ausländischer Schüler

Uneingeschränkte Integration von AL in die Bildung, u.a. Sprachförderung

Pisa-Studie -Konsequenzen

Regelmäßige Bestandsaufnahme des Bildungssystems auch im Vergleich zu anderen Ländern;

Reform der Lehreraus- und -Weiterbildung (Verpflichtung zu Fortbildung)

„Stiftung Bildungstest“;

Qualitätskontrolle der Schulen;

Leistungsvergleich der Schulen

Reform der Lehreraus- u. Fortbildung;

Wettbewerb der Bildungseinrichtungen untereinander;

Qualitätsstandards, -Siegel

Überprüfung und Zertifizierung der Qualität von Schulleistungen;

Verpflichtung zu Lehrerfortbildung;

Schulranking;

Wettbewerb der Schulen

Höhere Bildungsausgaben;

Durchlässigkeit des Schulsystems erhöhen

Bildungsreform

 

Fremdsprachenunter-
richt ab der Grundschule;

Integration der Migranten;

Soziale Gerechtigkeit im Bildungsbereich

Stärkung von Naturwissenschaften und Wirtschaft

Inhaltliche, finanzielle u. personelle Autonomie für die Bildungseinrichtungen, Beteiligung von Lehrern u. Schülern an Schulpolitik (Partizipation), staatliches Qualitätssiegel für Schulen (Transparenz);

Moderatorenrolle des Bundes, trotzdem Kulturhoheit der Länder

Fremdsprachenunter-
richt ab der ersten Grundschulklasse;

Technik und Wirtschaft neue Fächer;

Mathe und naturwissen-
schaftlicher Unterricht Pflicht

Keine Privatisierung von Schulen;

Betonung von „Bildung als öffentliche Aufgabe“

Universitäten

 

Die Zahl der Studienanfänger soll von 28% auf 40% gehoben werden;

Studiengebührenfrei-
heit bis zum ersten Abschluss;

Bafög;

Bachelor und Master-Abschlüsse

Abschaffung der ZVS;

Bafög, Bildungssparen, Darlehen, Gebühren, Freiplätze für Begabte und Bedürftige

Öffnung des Hochschulzugangs;

Anerkennung ausländischer Abschlüsse;

Mehr Frauen- u. internationale Studiengänge;

Elternunabhängige Studienfinanzierung

Abschaffung der ZVS;

Bildungsgutscheine für gebührenfreies Erststudium;

Stärkerer Wettbewerb der Hochschulen

Zentralistisches Hoch-schulsystem;

Keine Einflussnahme durch Unternehmen;

Elternunabhängige Ausbildungsförderung

Berufsaus-
bildung und Ausbildungs-
plätze

 

Laut SPD gibt es mehr Ausbildungsplätze als Auszubildende

Förderung des Dualen Ausbildungssystems;

Theorieentlastete, kürzere und zukunftsorientierte Ausbildungsberufe

Ausbildungsgänge als Bausteine;

Neue Ausbildungsmodelle;

Quotierte Ausbildungsplätze für Frauen

Förderung des Dualen Ausbildungssystems;

Neugestaltung der Ausbildung: auf Grundmodule aufbauend führen weitergehende Quali-
fizierungsbausteine (Aufbaumodule) zu ergänzendem Vertiefungswissen.;

Berufsqualifizierender Abschluss nach drei Jahren;

Gegen Ausbildungsabgabe

Plurales Berufsbildungssystem mit gleichwertigen Ausbildungsgängen;

Ausbildungsabgabe nichtausbildender Betriebe;

Übernahme der Ausgebildeten für min. ein Jahr seitens des Betriebes

 

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