Kunst-Ausstellung Denkmal zur Reichspogromnacht in Oldenburg

Entwurf von F.S.

 

Das Denkmal besteht aus einem hufeisenförmig angelegten Weg, der aus grobem Stein ist und circa 100 m lang und circa 2 m breit ist. Seine Breite erlaubt demnach auch vielen Menschen gleichzeitig dessen Begehung. Entlang des gesamten Weges befinden sich auf beiden Seiten massive Steine, welche in unregelmäßiger Reihenfolge unterschiedlich schräg nach innen weisen. Diese haben eine Höhe von 2-3 m und bestehen aus grob bearbeiteten Stein oder aus grauem Granit. Am Anfang des Weges befindet sich ein Stein, in den Erläuterungen zu dem Denkmal gemeißelt sind.

Der Gang steht symbolisch für den Weg, den die Juden vor sich hatten, wenn sie in einer Stadt zusammen getrieben wurden. Sie wurden oft einen Weg durch Menschenmassen getrieben, die dafür eine Gasse bildeten und dem "Spektakel" zusahen.

Genau diese Sicht erlangt der Besucher des Denkmals, wenn er den Weg beschreitet. Die starren, kalten Steine an den Seiten ragen bedrohlich über dem Besucher und erinnern, wenn sie gerade stehen, an die oft teilnahmslosen Stadtbewohner. Die Steine ragen über die Besucher und diese fühlen sich dadurch klein, unbedeutend und hilflos. Man kann aus dieser Position sehr gut nachempfinden, wie sich besonders die Kinder in so einer Situation gefühlt haben.

Natürlich garantiert auch dieses Denkmal kein vollständiges Erfassen und Verstehen dieses Bereiches unserer Vergangenheit, doch ich behaupte, dass dies weder möglich noch nötig ist. Dieses Denkmal prangert weder vermeintlich Schuldige an, noch warnt es mit erhobenem Finger. Der schlichte Versuch, sich in die Opfer reinzuversetzen, ist meiner Meinung nach Warnung und Erinnerung zugleich. Wenn man nämlich erahnen kann, wie es den Leuten ergangen ist, nimmt man die Rolle des Opfers ein und wird in Zukunft darauf achten, dass diese Verhältnisse zukünftig nicht mehr eintreffen.

Aufgrund seiner Ausmaße eignet sich dieses Denkmal nicht für die Innenstadt Oldenburgs. Ich würde als Standort eine Platz im Schlossgarten wählen, da der Park relativ zentral gelegen ist. Des Weiteren könnten Parkbesucher, die in der Natur entspannen wollen, einen Spaziergang durch dieses Denkmal machen.

F.S.

 

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