Kunst-Ausstellung Denkmal zur Reichspogromnacht in Oldenburg

Entwurf von C.S.

 

Das Denkmal im Maßstab 1:16 besteht aus acht Stelen, die auf einer Plinte in Reihe stehen. Damit wäre die größte Stele ca. 2,40 m hoch. Auf der einen Seite der Reihe befindet sich eine gleich-mäßig geformte hohe Stele, die daneben ist ein wenig kleiner, etwas verformt und geknickt. Die folgenden Stelen werden fortlaufend immer kleiner und verformter. Die letzte droht sogar von der Plinte zu stürzen. Die Stelen sollen die Entwicklung der Juden zur Zeit des Nationalsozialismus symbolisieren. Im Laufe Zeit wurde die Last auf ihren Schultern schwerer. Zusammen mit der physischen verschlechterte sich auch die psychische Gesundheit.

Das allgemeine Gestaltungskonzept ist abstrakt. Das soll bewirken, dass die Menschen nicht einfach mit einem Blick erkennen, was dargestellt ist, und vorbei gehen, sondern stehen bleiben und über das Denkmal nachdenken.

Die Form ist blockhaft um eine beklemmende Stimmung hervorzurufen. Durch diese blockhafte Form könnte das Denkmal statisch wirken, jedoch steht dem der diagonale Abfall der Stelen und die zunehmende Verformung entgegen. Dadurch entsteht eine Dynamik. Diese Dynamik soll die Unauf-haltbarkeit des Schicksals der Juden und die kontinuierlich durchgeführte Demütigung und Vernichtung verkörpern. Die Form wirkt wie ein Pfeil, der in Richtung Grab zeigt.

Das Denkmal ist allansichtig: Von der Seite sieht es so aus als ob die Stelen gerade in einer Reihe stehen, wenn man jedoch um das Denkmal herum geht und es aus einem anderen Winkel betrachtet, sieht man, dass die Stelen alle in unterschiedliche Richtungen geneigt sind und damit auf unterschiedliche Schicksale verweisen.

Das Denkmal könnte auf der Verkehrsinsel am Pferdemarkt stehen. Somit stünde das Denkmal direkt vor der Landesbibliothek, in deren Innenhof die Juden Oldenburgs 1938 zusammen getrieben wurden um abtransportiert zu werden. Außerdem wäre die Lage sehr zentral, wodurch viele Menschen mit dem Werk in Berührung kämen. Die runde Form des Standortes trüge zudem dazu bei, dass die Allansichtigkeit verstärkt wird.

C.S.

 

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