Kunst-Ausstellung Denkmal zur Reichspogromnacht in Oldenburg

Entwurf von B.S.

 

Das Mahnmal auf einer Fläche von ca. ca. 460m² (20m x 23m) ist ein Spiegellabyrinth mit unterschiedlich geformten Betonplatten. Die Platten sind individuell dimensioniert und haben eine maximale Größe von 250cm x 50cm x 120cm. Sie bilden in ihrer Aufstellung - allerdings nur aus der Luft erkennbar - die Form eines Davidsterns. In die Platten sind Spiegelbruchstücke eingelassen, deren Anzahl der Zahl der aus Oldenburg deportierten Juden entsprechen soll.

Zum einen verkörpern die Bruchstücke die zerstörten Synagogen in der Reichspogromnacht. Zum anderen können sich die Besucher darin während des Besuchs des Denkmals widerspiegeln, d.h., dass sie ihr eigenes Gesicht darin sehen. Somit schwingt eine Mahnung mit: "Du könntest auch ein Opfer sein". Das Mahnmal enthält damit den Appell,dass jeder Einzelne verantwortungsbewusst mit seinem sozialen Umfeld umgehen soll, damit es keine Opfer aufgrund solch eines willkürlichen, unmenschlichen Verhaltens mehr gibt. Das Material des Denkmals (Stein) und die Statik der Platten verweisen symbolisch darauf, dass die begangenen Grausamkeiten ein unabänderlicher Gegenstand der deutschen Geschichte sind, denen sich der Betrachter stellen soll.

Aufgrund der unregelmäßigen Anordnung der Platten ist der Besucher aufgefordert, selber einen Weg durch das Labyrinth zu finden. Dies soll das damalige ungewisse Leben der Juden verkörpern, die nie wussten, ob sie am nächsten Tag im Tod enden würden. Dieses ungewisse und unsichere Gefühl wird noch durch den unebenen Boden verstärkt: Der Besucher soll unsicher gehen müssen, um den beschwerlichen Weg nachempfinden zu können, indem er selber aufpassen muss, wo er seinen Fuß hinsetzt. Während dieses Begehens soll er weitgehend von der Außenwelt isoliert werden, das Werk soll all seine Aufmerksamkeit einnehmen und ein Vorher-Nachher-Gefühl vermitteln: Im Labyrinth soll der Mensch gefühlsmäßig "gestört" werden und nach dem Verlassen ein Befreiungsgefühl erleben. Durch diesen Gefühlsprozess soll bewusst werden, wie wertvoll und schön das Leben ist.

Als Standort habe ich an einen Platz am Bahnhof gedacht, da von dort aus damals die jüdischen Mitbürger in die Lager transportiert wurden.

B.S.

 

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