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Was zeigen sie?
Die insgesamt 118 Gedenksteine sind Doppelsteine, die 23,0 cm (Breite) x 22,5 cm (Tiefe) x 7,2 cm (Höhe) groß sind. Die aus Ton gefertigten Steine tragen die Initialen bzw. Vor- und Nachnamen von ehemaligen jüdischen Mitbürgern aus dem Oldenburger Münsterland, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.
Projektgeschichte
Die Steine haben eine wechselhafte Geschichte hinter sich.
Angefertigt wurden sie in den 90er Jahren von Schulklassen der Orientierungsstufe Bakum, von Jugendgruppen der evangelischen Jugend Cloppenburg und Vechta und von einer Integrationsgruppe deutscher und ausländischer Familien sowie jüdischen Emigranten zusammen mit Mitgliedern der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusamenarbeit (Oldenburger Münsterland).
Im Jahr 2000 beschäftigten sich dann Teilnehmer des Evangelischen Landesjugendtreffens unter dem Titel "Schlafen verboten, Schweigen verboten, Vergessen verboten" mit der Lebenssituation der Juden zur Zeit des Nationalsozialismus und fügten die Doppelsteine zu großen Steintafeln zusammen, um so an die ehemaligen jüdischen Mitbürger zu erinnern.
Diese Steintafeln stellten zu dieser Zeit kein fest installiertes Denkmal dar, sondern wurden als mobile Objekte genutzt und spielten bspw. eine Rolle bei der schulischen Auseinandersetzung mit den Biographien der Opfer. So beschäftigten sich z.B. 2001 Schüler der Hauptschule am Cappelner Damm in Cloppenburg mit den Schicksalen der Verfolgten und fügten schriftlich notierte Lebensläufe und Kerzen im Rahmen einer Gedenkveranstaltung zu den Steinen.
Irgendwann wurden im Laufe der Zeit aus uns nicht bekannten Gründen die Doppelsteine aus den Steinplatten wieder herausgelöst. Neben dieser formalen Veränderung des Materials veränderte sich auch der räumliche Kontext: Nach einer Odyssee, die u.a. über die Landesbibliothek Oldenburg führte, wo die Steine zeitweilig zwischengelagert wurden, landeten die 118 Gedenksteine, verpackt in Transportkisten, schließlich auf dem Jüdischen Friedhof an der Sandkruger Straße in Oldenburg.
Denkmal-Projekt
Die Lagerung in Kisten auf dem Jüdischen Friedhof stellt aber sicherlich keinen angemessenen Umgang mit den letzten Zeugnissen unserer ehemaligen jüdischen Mitbürger dar. Eine denkmalartige Situation wünschte sich die das Projekt betreuende Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (OM), doch nach Angaben deren damaliger Vorsitzenden Frau Maria Ostendorf wurden die Steine nach Schwierigkeiten mit der Stadt Oldenburg bis heute nicht aufgestellt: "Niemand fühlte sich dafür verantwortlich." (zit. nach Münsterländische Tageszeitung v. 14.01.2001)
Unsere Vorschäge
Als das Herbartgymnasium mit der Durchführung des jährlich stattfindenden Erinnerungsgangs 2009 betraut wurde und wir von der Existenz der Gedenksteine erfuhren, fühlten wir uns sofort verantwortlich. Der in diesem Zusammenhang an uns herangetragenen Bitte, ob wir uns im Kontext unserer Aktivitäten zum Erinnerungsgang nicht auch der Gedenksteine annehmen und Vorschläge für eine denkmalartige Nutzung entwickeln könnten, kam die Fachgruppe Kunst des Herbartgymnasiums gerne auch deshalb nach, da im Rahmen des Faches Kunst in der Vergangenheit schon wiederholt Denkmal-Projekte entwickelt wurden, bei denen - wie dem Denkmal zur Reichspogromnacht in Oldenburg oder auch dem Denkmal für den unbekannten Deserteur - allerdings immer von vorn herein klar war, dass es nur Entwürfe bleiben würden. Der nun gegebene Umstand, dass die Jüdische Gemeinde Oldenburgs im Jüdischen Bereich des Oldenburger Hauptfriedhofs diese Gedenksteine tatsächlich in einer denkmalhaften Form aufzustellen wünscht, und die damit gegebene Möglichkeit, eventuell auch tatsächlich einen der Entwürfe realisieren könnte, spornte die Schülerinnen und Schüler eines im 1. Halbjahr des Schuljahrs 2010/11 eigens ausgeschriebenen Kunstkurses des 11. Jahrgangs zum Thema Denkmal besonders an.
Janaszek
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Feierstunde an der Hauptschule am Cappelner Damm, CLP
(Quelle: Münsterländische Tageszeitung v. 14.01.2001)
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