HGO plant Einrichtung eines Ganztagsangebots

 

Das Herbartgymnasium beabsichtigt im kommenden Schuljahr, also ab August 2010, ein Ganztagsangebot einzurichten. Es soll sich an die Jahrgänge fünf und sechs sowohl in der Stammschule in der Herbartstraße als auch in der Außenstelle am Schulzentrum Kreyenbrück wenden. An beiden Standorten wird geplant, an drei Tagen in der Woche ein Angebot einzurichten, das aus drei Phasen besteht, die den Nachmittag für die Kinder strukturieren.

Nachstehend veröffentlichen wir einen Auszug aus dem Ganztagskonzept der Schule:

"Das Ganztagsangebot am Herbartgymnasium ist den Bedürfnissen seiner Schüler und Schülerinnen verpflichtet und orientiert sich daher gleichermaßen an den emotional-affektiven wie den kognitiven Erfordernissen einer sinnvollen Rhythmisierung des Schultages. Vor dem Hintergrund dieser grundsätzlichen Aussage ist das Ganztagsangebot am Herbartgymnasium durch drei Dimensionen gekennzeichnet:

  • Entspannen
  • Nacharbeiten
  • Vertiefen und Erweitern
  • a) Entspannen

    An den sechsstündigen Unterrichtsvormittag schließt sich zuerst eine Phase der Entspannung an. Kern dieser Mittagszeit ist das gemeinsame Mittagessen, das in der Mensa eingenommen wird. Dieser gemeinsame Anfang der nachunterrichtlichen Zeit in der Schule bietet die Möglichkeit, die Anwesenheit der angemeldeten Schüler und Schülerinnen zu überprüfen. Neben dieser pragmatischen Begründung für den gemeinsamen Anfang gibt es aber vor allem eine pädagogische, die sich aus den Anspannungen des Vormittags ergibt. Je nach der Gesamtzahl der teilnehmenden Schüler und Schülerinnen muss für diese zentrale Aktivität der Ganztagsschüler eine Form gefunden werden, die es erlaubt, dass sich die einzelnen Schüler und Schülerinnen als Teil einer Gruppe fühlen können, in ihr zu Wort kommen können oder auch gehalten in ihr abtauchen können. Diese Form des Abschalten-Könnens zu garantieren, macht es möglicherweise notwendig, das Mittagessen umschichtig oder in mehreren Parallelgruppen einzunehmen. Eine sich an das Mittagessen anschließende Phase der Ruhe und Entspannung muss die Möglichkeit für individuelle Formen der Entspannung gewährleisten. So gibt es Schüler, die die körperliche Normierung des Schulmorgens dadurch kompensieren, dass sie sich viel und intensiv bewegen und so zur Ruhe kommen. Für diese Schüler und Schülerinnen wird ein Spielangebot für Schulhofspiele bereitgehalten. Andere Schüler und Schülerinnen ziehen den Rückzug vor, lesen, hören Musik, lassen sich vorlesen - entweder direkt oder indirekt durch ein Hörbuch - oder spielen zu zweit oder zu dritt ein Gesellschaftsspiel. Hierzu gibt es ein Angebot in einem Ruheraum / einer Ruhezone, die bzw. der Raum bietet für Rückzug und individuelle Gestaltung von Entspannung. Gerade die Schwierigkeit aber, die sich bei der Realisierung eines solchen Alleinseins in Gegenwart anderer für die einzelnen Schüler und Schülerinnen stellt, macht es unerlässlich, dass der haltende Rahmen sicher ist und dass er auch personell repräsentiert ist, auch wenn sich die aufsichtführende Bezugsperson im Hintergrund hält.

    b) Nacharbeiten

    Die Phase des Nacharbeitens ist durch das Bereitstellen von Übungszeit und Arbeitsraum geprägt. Zunächst hat in dieser Phase vor allem das Erledigen der Hausaufgaben seinen Ort. Dabei bleibt es den Schülerinnen und Schülern freigestellt, in welcher Reihenfolge sie Hausaufgaben erledigen und wie sie für sich eine Strukturierung von Anforderungen, die sich über mehrere Tage erstrecken, vornehmen. Auch die Sozialform der Erledigung von Hausaufgaben bleibt den Schülern und Schülerinnen überlassen, wobei durch die betreuende Person allein darauf zu achten ist, dass gewählte Formen - etwa Gruppenarbeit - nicht das Arbeiten anderer, die für sich arbeiten wollen, stören. Die personelle wie räumliche Ausstattung dieser Phase des Nacharbeitens muss davon geprägt sein, dass die individuelle Verantwortung der Schülerinnen und Schüler für ihr Lernen gestärkt wird. Das bedeutet, dass unterrichtsergänzende Materialien vorhanden sein müssen, in denen die Schüler und Schülerinnen Antworten auf mögliche Fragen finden. Das bedeutet auch, dass sich die betreuenden Begleitpersonen als Moderatoren zwischen den Schülerinnen und Schülern einerseits und den Aufgaben bzw. fachlichen Anforderungen andererseits mit dem Ziel verstehen, die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu entwickeln und zu stärken, Probleme und Aufgaben selbst zu lösen.

    c) Vertiefen und Erweitern

    Die Phase des Vertiefens und Erweiterns ist durch die größte Vielfalt im Angebot und das differenzierteste Potenzial zur Individualisierung im Zusammenspiel der Ganztagsangebote gekennzeichnet. In dieser Phase findet sich der Raum für Maßnahmen der Förderung, wie er sich bereits auch ohne Ganztagsbezug im Angebot des Förderunterrichts findet So werden gezielt Defizite mit dem Ziel aufgearbeitet, Misserfolgserfahrungen zu überwinden und das Vertrauen in die eigenen Lernpotenziale zu (re-)aktivieren und nutzbar zu machen. Der Schüler bzw. die Schülerin, der/die in einem Fach Schwächen hat, kann aber in einem anderen Gebiet durch besondere Stärken glänzen. Auch für diese Stärken sollen Angebote gemacht werden, die im Konzept des Förderns und Forderns eher der Forderungsseite zuzuordnen sind. Dabei ist von individuellen Neigungen und Interessen auszugehen, wobei es sinnvoll sein kann, konkrete Projekte durch lernvertragliche Vereinbarungen abzusichern und an den Vormittagsunterricht zu binden. Darüber hinaus ist diese Phase der Ort für Angebote im Spektrum von Arbeitsgemeinschaften und außerunterrichtlicher Kooperation."

     

    Das Dokument, dem vorstehender Auszug entnommen ist, können Sie auf Wunsch hier vollständig lesen.

    Nachstehend finden Sie zudem noch unser Faltblatt zum Ganztagsunterricht.

     

     

     

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