Alte Tradition wird wieder lebendig

Zur Kranzniederlegung anlässlich des 225. Geburtstags Herbarts

 

Das Herbartgymnasium läßt am 4. Mai dieses Jahres eine alte Tradition der damaligen Städtischen Realschule und der späteren Oberrealschule wieder aufleben. Seit der Errichtung des Denkmals zu Herbarts 100. Geburtstag am 4. Mai 1876 legte die Schule an jedem Geburtstag Herbarts am Denkmal einen Kranz nieder. Der damalige Direktor der Schule Karl Strackerjan hatte sowohl die Benennung der neuen Straße in Herbartstraße angeregt, als auch die Errichtung des Denkmals im Park gegenüber dem Schulgebäude als Schriftführer des "Comités für das Herbartdenkmal" maßgeblich bestimmt.

Der Entwurf der Herbartbüste und des Postamentes stammt vom Berliner Bildhauer Heinrich Manger.

Die Errichtung des Denkmals war ein internationales Ereignis, wie die Spendenliste ausweist. Sie reicht von Peking über Moskau, Riga, Königsberg, Kronstadt in Siebenbürgen, Prag, Wien, Amsterdam bis Rom. Aus Italien kam der größte Einzelbetrag, an der Spitze stand der italienische Kultusminister mit 100 Goldtalern.

Zur Einweihung des Denkmals kamen Glückwunschtelegramme der Universitäten Rom und Prag und der Akademie der Wissenschaften in Wien. Die Rede zur Einweihung des Denkmals hielt der Ethnologe Professor Lazarus von der Universität Berlin. Der Großherzog enthüllte das Denkmal. Direktor Strackerjan übergab dann als Vorsitzender des Ortskomitees das Denkmal der Stadt Oldenburg.

Herbarts Witwe, die Engländerin Mary Jane geb. Drake, bemerkte allerdings zu einer ihr nach Königsberg zugeschickten Photographie des Denkmals in einem von Dr. Voigdt ins Deutsche übersetzten Brief:

"Die Büste meines teuren Gatten wird natürlich von jedem, der ihn in den verschiedenen Jahren seines Lebens sah, anders beurteilt werden ob der Ähnlichkeit. Mir selbst fehlt noch etwas, was ich aber auch am meisten kennen lernte: seine Freundlichkeit. Er ist mir zu ernst! - Sie sehen, auch ein altes Herz bewahrt seine Rechte."

Plakette am Eingang der Schule Aus Anlaß der Einweihung des Denkmals erhielt die Schule von Dr. Voigdt das Manuskript von Herbarts "Psychologie als Wissenschaft, neu gegründet auf Erfahrung, Metaphysik und Mathematik" von 1824/25 und vom Sohn des Bürgermeisters Smidt aus Bremen die Manuskripte des Reformschriften Herbarts aus Bremen von 1800/02. Die Manuskripte befinden sich heute als Leihgaben des Herbartgymnasiums in der hiesigen Landesbibliothek. Nach dem Verlust der Manuskripte aus Königsberg sind sie einige der wenige noch erhaltenden Originale Herbarts.

Weiter Informationen zu Herbart finden Sie in unserem Herbartbereich.

 

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