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Erinnerungsgang 2009
Für alle, die verstummt sind!!Im November jährt sich zum wiederholten Mal eines der schrecklichen Verbrechen der Nazis. Heute wissen wir, dass es nur der Auftakt einer Serie von Unmenschlichkeiten sein wird oder wie es Dan Dien ausdrückte: "Die Katastrophe vor der Katastrophe." Am 9.November wurde die Synagoge in Oldenburg in Brand gesteckt und zahlreiche jüdische Geschäfte zerstört bzw. geplündert. Die männlichen Juden mussten die Nacht in der Polizeiwache, heute Landesbibliothek, verbringen. Von dort wurden sie am nächsten Tag durch die Innenstadt zum Gefängnis geführt, in Zellen gepfercht - ungewiss über ihr Schicksal. Am darauf folgenden Tag wurden sie mit dem Zug nach Sachsenhausen deportiert. Der Erinnerungsgang verläuft jedes Jahr entlang der Strecke, die auch die Juden am 10.11.1938 gehen mussten. Er beginnt an der Landesbibliothek und endet am Gefängnis, in dessen Hof anschließend in einer Gedenkzeremonie an die Opfer erinnert wird. Im Gefängnishof befindet sich ebenfalls der Gedenkstein an die Opfer der Novemberpogrome in Deutschland. Er trägt die Inschrift: "Was geschah ist eine Warnung, sie zu vergessen ist Schuld" Karl Jaspers Um niemals die ersten Opfer des nationalsozialistischen Regimes zu vergessen und als Warnung an die heutige Gesellschaft, findet jedes Jahr dieser Gang statt. Die Route quer durch die Innenstadt erinnert uns daran, dass die Täter bekannt und die Tat öffentlich war. Doch ganz Oldenburg schaute nur zu, als die männlichen Juden durch die Stadt geführt und am nächsten Tag ins KZ Sachsenhausen deportiert wurden. Nur wenige sollten jemals nach Oldenburg zurückkehren. Diese moralische Bürde hat jedoch nicht nur die damalige Generation zu tragen. Sie ist eine Hinterlassenschaft an alle Oldenburger. Wir können das geschehene Unrecht der Shoa nicht ungeschehen machen, so sehr wir uns das auch wünschen. Es gibt jedoch andere Maßnahmen: Wir können Verantwortung übernehmen. Wir können Verantwortung übernehmen, indem wir zeigen, dass es uns alle trifft, wenn manche von uns gedemütigt und ausgegrenzt werden. Wir können zeigen, dass Freiheit und Menschenwürde von uns allen in Gefahr sind, wenn die Freiheit und die Menschenwürde einiger von uns der Gefahr ausgesetzt werden. Jedes Jahr verdeutlichen wir durch die Vorbereitung und Durchführung des Ganges, dass Rassismus jeglicher Form in Oldenburg keine Basis findet. Speziell jedoch müssen wir unseren Kindern lehren, dass Religionsfreiheit und Akzeptanz kein unerschöpfliches Gut ist. Darüber hinaus müssen wir unsere Kinder lehren, dass Religionsfreiheit und Akzeptanz anderer Kulturen, genau wie unsere freiheitliche demokratische Ordnung, aktiv praktiziert und gelebt werden müssen. Viele Jahre lang wurde der Erinnerungsgang von einem Arbeitskreis aus Freiwilligen organisiert. Seit 2005 übernehmen Oldenburger Schulen die Hauptorganisation, sie werden dabei weiterhin tatkräftig durch den "Arbeitskreis Erinnerungsgang" unterstützt. Dies führte dazu, dass besonders die junge Generation ihre geschichtliche Verantwortung übernimmt. Dieses Jahr hat das Herbartgymnasium Oldenburg die Aufgabe, den "Erinnerungsgang 2009" und die begleitenden Ausstellung in der Landesbibliothek zu planen. Dazu haben wir folgenden Ablaufplan erstellt: Ablauf 10.11.2009:
Zusätzlich zum Gang finden weitere Veranstaltungen in dem Zeitraum statt. In der Landesbibliothek wird es ab dem 5.11.09 eine ca.10-tägige Begleitausstellung mit Hintergrundinformationen zum Thema Nationalsozialismus in Oldenburg geben. Die Ausstellung wird von Schülern des Herbartgymnasiums in den Politik- und Geschichtskursen sowie in einer Projektwoche erarbeitet. Die Schüler erforschen in zahlreichen Archiven das Schicksal jüdischer Schüler des Herbartgymnasiums Oldenburg. Außerdem gibt es folgende Projekte:
Weitere Informationen: http://www.erinnerungsgang.de http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome http://www.lb-oldenburg.de |
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